DONNERSTAG, 14. SEPTEMBER 2017, Jahrhunderthalle Frankfurt

Symposium mit S. H. dem XIV. Dalai Lama zum Thema:

Selbstwahrnehmung | Mitgefühl und Gemeinschaft | Globale Verantwortung

 

Beiträge zum Dialog zwischen westlich wissenschaftlicher und buddhistischer SichtAntworten zur Frage, was unsere Gesellschaft und insbesondere unsere Jugend für die Herausforderungen der Zukunft stark macht. 

 

S. H. der XIV. Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter und Friedensnobelpreisträger, kommt vom 12. bis zum 14. September auf Einladung der Tibethaus Kulturstiftung nach Frankfurt am Main. Die im vorigen Jahr gegründete Stiftung richtet im Rahmen seines Besuches am Donnerstag, dem 14. September 2017, in Kooperation mit der Stadt Frankfurt und der Goethe-Universität Frankfurt, ein Symposium mit Seiner Heiligkeit und renommierten Wissenschaftlern und Experten aus.

 

Dabei sein werden der Neurowissenschaftler Prof. Wolf Singer, die Ethikforscherin Prof. Petra Grimm, der Mitgefühlsforscher Prof. Lobsang Negi, die Neurowissenschaftlerin Dr. Britta Hölzel, die Psychologinnen Helle Jensen und Dr. Corina Aguilar-Raab, der Achtsamkeitslehrer Mark Milton und die Jugendexpertin Adelheid Tlach-Eickhoff. Die Moderation der Veranstaltung hat der renommierte Wissenschaftsjournalist Gert Scobel übernommen.

 

Die thematische Grundlage des Symposiums bildet das von S. H. dem XIV. Dalai Lama entwickelte säkulare Konzept einer Globalen Ethik, das die Bedeutung und Förderung der grundlegenden menschlichen Werte und Qualitäten in den Vordergrund stellt.

 

Dieses Konzept, das an keine bestimmte Konfession gebunden ist, ist durchaus inspiriert von Aspekten der buddhistischen Philosophie und Psychologie, die – wie der Dalai Lama immer wieder hervorhebt – mit ihren Grundvorstellungen des „Abhängigen Entstehens, der Selbstreflexion, Toleranz und der Erkenntnis der Realität“ für uns alle von Nutzen sein können. Seine Vorstellung einer Globalen Ethik ist ergänzt durch aktuelle Erkenntnisse der westlichen Wissenschaft und kann einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme in unserer immer komplexer und unüberschaubarer werdenden Welt leisten. Die sinnstiftenden Tugenden wie Warmherzigkeit, Fürsorge, Verantwortungsgefühl – und dafür gibt es inzwischen etliche wissenschaftliche und erfahrungsbasierte Studien − können insbesondere bei jungen Menschen mit relativ einfachen didaktischen Mitteln gefördert und zur Entfaltung gebracht werden.

 

Das Symposium ist für einen breiten Teilnehmerkreis gedacht, insbesondere auch für Menschen aus den Bereichen Bildung, Pädagogik, Entwicklungsberatung und Psychologie.

 

Die Teilnahme am Symposium wird durch das Land Hessen als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt.

 

 

Ein Überblick zum Symposium

Vormittags-Panel (9.30 – 11.30 Uhr)

Im Rahmen seines Eröffnungsvortrags stellt der bekannte Neurowissenschaftler Prof. Wolf Singer das langjährige Engagement des Dalai Lama im Dialog zwischen westlicher Wissenschaft und buddhistischer Sichtweise vor. Anschließend wird der Wissenschaftsjournalist Gert Scobel einen Überblick über die Historie, die Grundlagen und die Aus-gangssituation der west-östlichen Ethikdiskussion geben.

Die Neurowissenschaftlerin Dr. Britta Hölzel berichtet über ihre Forschungen zur Achtsamkeit und Professor Lobsang Negi von der Emory University wird das durch ihn begründete säkulare Mitgefühlstraining (CBCT®) sowie das darauf aufbauende SeeLearning-Projekt vorstellen. Als Höhepunkt des Vormittags wird S. H. der XIV. Dalai Lama sein Konzept der säkularen Ethik näher erläutern.

 

Nachmittags-Panel (13.30 – 15.00 Uhr)

Im Fokus des Nachmittags steht die Implementierung in der Praxis. Bereits bestehende Initiativen werden in Kurzvorträgen vorgestellt. Zunächst wird der Dalai Lama aber einige einführende Gedanken zum Thema vortragen. Anschließend erläutert Prof. Petra Grimm die Bedeutung ethischer Handlungsmaximen am Beispiel der „10 Gebote der Digitalen Ethik“ für Kinder und Jugendliche. Die Jugendexpertin Adelheid Tlach-Eickhoff stellt ihr „Project Peace“ vor, das Jugendliche in einem Trainingsjahr hilft, gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Danach wird die Psychologin Helle Jensen von ihrem achtsamkeits- und mitgefühlsorientiertem Programm für Lehrer berichten. Gefolgt von Mark Milton, dem Gründer des Projekts „education4peace“ und Achtsamkeitstrainer der Jugendmannschaft der französischen Fußballnational-mannschaft sowie der Psycho-login Dr. Corina Aguilar-Raab vom Tibethaus Deutschland, die von der Etablierung des SeeLearning-Programms im deutschsprachigen Raum berichten wird.

Das Auditorium darf gespannt sein auf die zusammenfassenden Ausführungen des Dalai Lama, der bezugnehmend auf die Beiträge der Vorredner aus Theorie und Praxis seine eigenen Gedanken und Visionen formulieren wird.

 

Abschließende Diskussionsrunde (ca. 16.00 - 17.00 Uhr)

Alle Referenten werden im Austausch – ohne S. H. den Dalai Lama − ein Resümee der Veranstaltung ziehen.

 

Projektinformationsbörse und Filmpremiere im Casino (von 17.00 - 19.00 Uhr)

Um auch in einen angeregten Austausch mit dem Publikum des Symposiums zu treten, werden die Referenten und Organisatoren im Casino der Jahrhunderthalle zur Verfügung stehen und sich weiteren Fragen stellen. Ein zusätzliches Highlight ist die Dokumentation „Schule der Achtsamkeit“ der Frankfurter Filmemacherin Anja Krug-Metzinger, die gezeigt werden wird. Die Gymnasial- und Achtsamkeitslehrerin Vera Kaltwasser, deren AISCHU-Projekt für Schüler u.a. im Film vorgestellt wird, wird anwesend sein und wird über ihre langjährige Erfahrung sprechen. 

 

 

Ein Überblick über die Referenten

 

Singer.jpgProf. Dr. Wolf Singer

 

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolf Singer, geb. 1943 in München, studierte Medizin in München und Paris, promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und habilitierte sich an der TU München.

 

Er ist Direktor em. am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt/Main und Gründungsdirektor des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) sowie des Ernst Strüngmann Instituts (ESI) for Neuroscience in Cooperation with Max Planck Society in Frankfurt/M. Ferner ist er wissenschaftlicher Leiter des Ernst Strüngmann Forums mit Sitz in Frankfurt.

 

Seine Forschung ist der Aufklärung der neuronalen Grundlagen kognitiver Funktionen gewidmet. Im Zentrum steht die Frage, wie die über viele Hirnareale verteilten Verarbeitungsprozesse zusammengebunden werden, um kohärente Wahrnehmungen zu ermöglichen. 

 

 

Negi.jpgGeshe Lobsang Tenzin Negi, Ph.D.

 

Dr. Lobsang Tenzin Negi fungiert als Direktor des Zentrums für Contemplative Science and Compassion based Ethics an der Emory-Universität, welches mit Unterstützung des Dalai Lama Trust gestiftet worden ist. Das Zentrum ist der Verwirklichung der Vision seiner Heiligkeit des Dalai Lama für mitgefühlsbasierte Ethik in der Ausbildung gewidmet.

 

Dr. Negi ist des Weiteren ordentlicher Professor der Abteilung Religion an der Emory Universität sowie Gründer und spiritueller Direktor des Drepung Loseling Klosters in Atlanta, USA. Darüber hinaus ist er Mitbegründer und Direktor der Emory-Tibet-Partnerschaft, welche die Emory-Tibet-Wissenschafts-Initiative (ETSI) umfasst – ein Programm, das auf Initiative Seiner Heiligkeit des Dalai Lama zur Implementierung eines umfassenden modernen wissenschaftlichen Lehrplans speziell für tibetische Ordinierte entstanden ist.

 

Dr. Negi wurde in Kinnaur geboren, eine an Tibet angrenzende abgelegene Region im Himalaya. Als ehemaliger Mönch begann er seine klösterliche Ausbildung am Institut für buddhistische Dialektik in Dharamsala, Indien und setzte diese am Drepung Loseling Kloster in Südindien fort. Dort erhielt er 1994 den „Geshe Lharampa“, den höchsten akademischen Grad der tibetisch-buddhistischen Tradition.

 

Seinen Titel als Doktor der Philosophie (Ph.D.) erhielt Dr. Negi 1999 an der Emory Universität; seine interdisziplinäre Dissertation befasste sich mit traditionell buddhistischen und modernen westlichen Herangehensweisen an Emotionen und deren Einfluss auf das Wohlbefinden. Seine aktuellen Forschungen fokussieren sich auf die Ergänzung moderner Wissenschaft und kontemplativer Praxis.

 

 

Jensen.jpgHelle Jensen

 

Helle Jensen ist diplomierte Psychologin und Familientherapeutin. Gemeinsam mit Jesper Juul unterrichtete sie beziehungsorientierte Kompetenzen für Professionals sowie Beratung und Familientherapie in verschiedenen europäischen Ländern. Als Vorsitzende und Mitbegründerin der Dänischen Gesellschaft zur Förderung der Lebensweisheit von Kindern hat sie Professionals dahingehend unterrichtet, wie Empathie und Präsenz entwickelt werden können und wie diese Werte in das Leben der Kinder und der jungen Erwachsenen, mit welchen sie zusammenarbeiten, integriert werden können.

 

Ihre aktuellen Tätigkeiten umfassen die Verantwortung für das Schulpersonal-Programm „Hand in Hand“, ein EU-finanziertes Programm, welches zum Ziel hat, soziale, emotionale und interkulturelle Kompetenzen der Schüler der achten Klassenstufe zu fördern (www.handinhand.si). Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen, einschließlich Hellwach und ganz bei sich: Achtsamkeit und Empathie in der Schule und (gemeinsam mit Jesper Juul, Peter Høeg und anderen) Empathie: Was die Kinder Stark Macht. Sie leitet auch das 2-Jahres-Ausbildungsprogramm „Teaching Empathy“ (www.trainingempathy.com).

 

 

Britta_Hölzel-Ausschnitt3.pngDr. Britta Hölzel

 

Dr. Britta Hölzel ist Diplom-Psychologin, Neurowissenschaftlerin und Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)-Lehrerin. Als Wissenschaftlerin untersuchte sie die neuronalen Mechanismen der Achtsamkeitsmeditation mittels magnetresonanztomographischer Aufnahmen. Ihre Forschung führte sie u.a. an der Harvard Medical School in Boston, USA, und der TU München durch. Das MBSR Training erhielt sie am Center for Mindfulness an der University of Massachusetts Medical School.

 

Sie ist selbständig als Achtsamkeitstrainerin tätig, ist Referentin an verschiedenen Ausbildungsinstituten für Achtsamkeitslehrer und hat vor kurzem ein ‚Institut für Achtsamkeit und Meditation – I AM‘ in München gegründet. Zudem ist sie Autorin verschiedener Bücher und Übungs-DVDs/CDs zum Thema. –(www.iam-institut.de)

 

 

Prof. Dr. Petra Grimm

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Prof. Dr. Petra Grimm ist seit 1998 Professorin für Medienforschung und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule der Medien (Stuttgart). Sie ist Leiterin des Instituts für Digitale Ethik (IDE). Ihre Forschungsschwerpunkte sind „Digitalisierung der Gesellschaft“, „Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen“, „Big Data und der Schutz der Privatsphäre“ sowie „Medien und Gewalt“.

Ihr Lehrgebiet ist Narrative Medienforschung und Medienethik in Master- und Bachelor-Studiengängen. Sie ist (Mit-)Herausgeberin der Schriftenreihe Medienethik, Franz Steiner Verlag Stuttgart sowie Mitglied im Forschungsbeirat des Bundeskriminalamts (BKA) und Stellv. Mitglied der Kommission für den Jugendmedienschutz (KJM). 

 

 

 

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Dr. Corina Aguilar-Raab, Dipl.-Psychologin, bisher die einzige Absolventin des Teacher-Trainings für das CBCT-Programm der Emory University im Deutschsprachigen Raum. Sie forscht und unterrichtet an der Universität Heidelberg und habilitiert zum Thema Mitgefühlsbasierten Interventionsansätzen und ihre psychobiologischen Auswirkungen und Steigerung von sozialer Interaktionskompetenz. Langjährige leitende Mitarbeit im Bereich Buddhismus im Tibethaus.

 

 

 

tlach.jpgAdelheid Tlach-Eickhoff

 

Pädagogin, langjährige Friedensarbeit, Fortbildungen in Gewaltfreier Kommunikation und Coaching.

Seit vielen Jahren schon und inspiriert durch viele Menschen, ist die Idee dieses Jahres für Frieden und Ökologie gewachsen. Die Jugendzeit und vor allem die Zeit als junger Erwachsener ist eine Zeit, in der das Leben in all seinen Zusammenhängen entdeckt wird, es ist eine Zeit des Aufbaus von Werten und Haltungen. Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen und unser aller Zukunft mitgestalten. Dafür Räume zu schaffen und gute Rahmenbedingungen – das ist mein Anliegen bei project peace.

 

 

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Mark Milton - Founder of education4peace

 

Serving the development of E4P Foundation is my main activity, it fullfils my everyday life, my heart and my mind. Spending time with people I love and being in relation with nature are my delight. The balance and harmony between the two are part of my challenges.

Creating E4P in 2002 was for me the inspiration of a more harmonious world, with more individual and collective peace. Managing the foundation since 2008 invites me to live its values every day, consistently, accepting to stumble from time to time, to continue to grow every day.

 

Because I have no doubt that the seeds to sustainable peace amongst human beings are in our children’s education, and that to achieve this goal, it is essential to have actors such as E4P who serve by catalysing and unifying.

 

 

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Moderation: Gert Scobel

 

Gert Scobel wurde 1959 in Aachen geboren, studierte Philosophie und Theologie in Frankfurt am Main und in Berkeley (Kalifornien) und begann nach kurzer Lehrtätigkeit an der University of San Francisco mit seiner Ausbildung als Kultur- und Wissenschaftsjournalist beim Hessischen Rundfunk.

 

Nachdem er als Autor und Regisseur von Dokumentarfilmen (ARD, HR, WDR) und

Kultursendungen des Hörfunks (HR) gearbeitet hat, moderierte er für die ARD von 1995 bis 2007 das 3sat-Magazin Kulturzeit sowie verschiedene TV-Buchsendungen. Er war außerdem zwei Jahre als Anchorman beim Morgenmagazin der ARD tätig, übernahm ab 2003 die Moderation der Sendung "sonntags – TV für's Leben" im ZDF und ist seit 2004 Redaktionsleiter und Moderator der Sendung "scobel". Seit Mai 2016 ist Gert Scobel Professor für "Philosophie und Interdisziplinarität" an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Er ist mit mehreren Fernsehpreisen ausgezeichnet worden und Autor einiger Monographien, u.a. über Weisheit, das Verhältnis von Glauben und Vernunft und die Aufgabe von Philosophie. Zweimal erhielt Gert Scobel das Europäische EICOS-Stipendium für Wissenschaftsjournalisten, verbunden mit Laboraufenthalten am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen sowie am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel. Er praktiziert seit seinem 16. Lebensjahr Zen-Meditation.

 

Gert Scobel, Foto© ZDF/3sat

 

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